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Jahresbericht 2004ARARE, der akademische Arm des Wiesenthal-Zentrums, hielt in Venedig das Seminar "100 Jahre Protokolle der Weisen von Zion: ein Paradigma zeitgenössischer Hass-Literatur" unter Schirmherrschaft der UNESCO ab. Das Seminar fiel ironischerweise zusammen mit den Protesten des Wiesenthal-Zentrums gegen eine Austellung in der mit UNESCO-Geldern restaurierten Bibliothek von Alexandria, welche die berüchtigte zaristische Fälschung neben der Torah als die "heilige Schrift der Juden" präsentierte. UNESCO-Generalsekretaer Koichiro Matsuura versuchte zu vermitteln mit der Forderung, dass "sich die Bibliothek weder Rassismus im Allgemeinen noch Antisemitismus im Besonderen zuschulden kommen lassen solle." Die ägyptische Bibliotheksleitung entfernte das Buch aus der Ausstellung. Der UNO-Hochkommissar fuer Menschenrechte und die belgische Regierung forderten die Expertise des Wiesenthal-Zentrums an für das Seminar der Industriestaaten zur "Durchsetzung des Aktionsprogrammes von Durban". Das Wiesenthal-Zentrum ging darin zunächst auf die Konsequenzen ein, welche sich fuer das jüdische Volk aus Durban ergeben, um im weiteren sein Programm "Werkzeuge der Toleranz" als ein Modell antirassistischen Handelns vorzustellen. Als einzige auf dem Weltsozialforum in Bombay anwesende jüdische Organisation kritisierte das Wiesenthal-Zentrum die von Palestinänsern betriebene Umfunktionierung der Anti-Globalisierungsbewegung zu Zwecken von Propaganda und antisemitischer Rekrutierung. Wir wurden einer koordinierten internationalen Kampagne gewahr, welche ausgerichtet war gegen Israels Schutzmauer und auf eine palestinänsische Ein-Staaten-Lösung hin, auf die Zerstörung der bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Israel einerseits, Indien und Israel andererseits, auf die Ausweitung des Israel-Boykotts bis hinein in die Universitäten, und auf "die Verunsicherung der öffentlichen Meinung in Israel und der jüdischen Diaspora". Das Wiesenthal-Zentrum 1. legte beim deutschen Bundeskanzler Schröder Protest ein gegen die von der zu dessen Partei SPD gehörigen Friedrich-Ebert-Stiftung organisierte Beiruter Konferenz "Die islamische Welt und Europa: vom Dialog zum Verständnis", welche von Hezbollah-und Hamas-Führern frequentiert wurde. 2. protestierte beim Heiligen Stuhl gegen die Poster-Kampagne "Die Besatzung beenden" von dessen Wohlfahrtsorganisation Caritas; diese zeigt vor dem Hintergrund von Mauer und Stacheldraht eine stilisierte Landkarte Israels, an welche die palestinänsischen Gebiete und das hashemitische Königreich Jordanien gekettet sind. 3. war Co-Organisator der Demonstration gegen Antisemitismus im April 2005 in Paris (25.000 Teilnehmer), unter weiterer Beteiligung vom Bureau de Vigilance Contre lAntisemitisme, einer Hotline für die Opfer von Antisemitismus im Grossraum Paris, welche vom Simon Wiesenthal-Zentrum Frankreich finanziert wird. 4. erbat Klarstellungen vom neugewählten griechischen Premierminister Karamanlis über Oster-Veranstaltungen mit dem Titel "den Judas verbrennen", welche auf von der Regierung betriebenen Internetseiten zum Tourismus im Pogromstil angekuendigt wurden. Im selben Schreiben ging es auch um die andauernden Schändungen von Friedhoefen und Holocaust-Gedenkstätten in Griechenland. 5. legte die Nazi-Verbindungen der Begründer des Hunt-Museums in Limerick (Irland) offen und drängte die irische Präsidentin Mary McAleese, die Preisvergabe "Irisches Museum des Jahres" an Hunt solange auszusetzen, bis die Herkunft von Objekten aus der Sammlung des Museums geklärt sei. Weiterhin wurde gefordert, solche Ausstellungsstücke ins Internet zu stellen, um die Suche nach den Erben eventueller Nazi-Beutekunst zu erleichtern. Diese Nachforschungen führten zu einer landesweiten Debatte über Irlands Neutralität im Zweiten Weltkrieg und über seine moralische Verantwortung zu Transparenz und vollständiger Aufarbeitung der Vergangenheit. 6. wandte sich an den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi im Namen der Familien der Opfer des Massakers von Ardeatine mit der Aufforderung, Anträge auf Freilassung des verurteilten Nazi-Mörders Erich Priebke abzulehnen. 7. verurteilte die Schändung eines moslemischen Friedhofs in Frankreich und aller anderen Akte von Islamophobie in Europa. 8. kritisierte die Stadtverwaltung von Athen für die von dieser im Rahmen der Vorbereitung der Olympischen Spiele betriebene Ausweisung griechischer Roma und die damit einhergehenden Verunglimpfungen und Zerstörung von Wohnraum. Die Bürgermeisterin lud daraufhin das Wiesenthal-Zentrum ein zur Zusammenarbeit, um künftige Diskriminierung zu verhindern. 9. setzte den britischen Innenminister David Blunkett von einer von Al-Quaeda in London geplanten Zelebrierung des 11. September in Kenntnis. 10. warnte den deutschen Innenminister vor der Gefahr, die von einem "Ersten Arabisch-Islamischen Europa-Treffen", welches in Berlin stattfinden sollte, als potentiellem Rekrutierungsgrund für den Jihad-Terrorismus ausgehen würde; das Treffen wurde von den Behörden abgesagt, der Organisator aus Deutschland ausgewiesen. 11. wies auf antisemitische Bücher hin, die von arabischen Verlagshäusern auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurden. 12. konsultierte die Französische Anwälte-Gewerkschaft in der Frage der Bestrafung antisemitischer Taten, und forderte vom französischen Justizminister, einen Kurs "Frankreichs Juden" ins Schulungsprogramm für Richter aufzunehmen, was dem bereits existierenden Angebot "Islam und französische Gesellschaft" entspräche. 13. protestierte gegen das von Londons Bürgermeister Ken Livingstone herausgegebene Poster "Glaube" für dessen Ausschluss des Judentums aus dem Kreis britischer Glaubensgemeinschaften. 14. gab eine Erklärung ab zum UNESCO-Weltforum fuer Menschenrechte in Nantes, in welcher es gegen eine "Durbanisierung" des Treffens protestierte. 15. war eingeladen, gemeinsam mit dem Präsidenten desWorld Muslim Congress, Sheikh Naseeb aus Saudi-Arabien, zum Thema Islamophobie und Antisemitismus zu sprechen auf dem Weltwirtschafts-Forum/ Europa-Region, welches in Warschau für die zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten abgehalten wurde. 16. wies den neu ernannten Präsidenten der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, darauf hin, dass "die jährlich von Arafats Witwe bezogene 'Pension' über 30 Millionen Dollar ein Hinweis (sei) auf die innerhalb der Palestinänsischen Autonomiebehörde existierende Korruption". Dr Samuels erklärte, dass "das palestinänsische Volk das höchst-subventionierteste der Welt ist, ausgestattet mit Geldern der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten, der arabischen Welt und einer Vielzahl von UN-Organisationen. Wie aber kann man sich dann erklären, dass jeder Palestinänser, wie immer wieder berichtet wird, von durchschnittlich nur 2 Dollar pro Tag lebt?" Eine detailliertere Untersuchung dieser Unstimmigkeit steht weiterhin aus. 17. drängte die Europäische Kommission, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufzunehmen, und erklärte: "Als der deutsche Kanzler Kohl die Türkei als für die Mitgliedschaft im Club Europa nicht geeignet beschrieb, erinnerte ihn das Wiesenthal-Zentrum daran, dass zu der Zeit, da die iberischen Monarchien ihre Juden vertrieben, das Ottomanische Reich diese Flüchtlinge aufnahm". Als der ehemalige französische Präsident Giscard dEstaing im vergangenen Jahr ähnliche Töne anschlug, wies das Wiesenthal-Zentrum darauf hin, dass, "als das Frankreich von Vichy Juden nach Auschwitz deportierte, ein türkischer Pass ein Überlebens-Visa war", und fügte hinzu, dass "eine Türkei, welche die europäische Herausforderung annähme, ein Beispiel setzen würde sowohl für Europa als auch für den Nahen Osten, und dabei bessere Referenzen aufzeigen könnte als viele andere der gegenwärtigen EU-Mitglieder". 18. legte Protest ein beim griechischen Premierminister Kostas Karamanlis gegen eine Epidemie von antisemitischen und anderen rassistischen Graffiti, welche sich über 70 km entlang der Haupteinfahrtsstrasse nach Athen erstrecken. 19. rief den französischen Medienrat CSA, welcher soeben eine Sendeerlaubnis an den Hizbollah-Fernsehkanal Al-Manar auf den Kanälen von Frankreichs Satelliten EUTELSAT erteilt hatte, dazu auf, die mit der Zulassung von deren Hassbotschaften ergangene Lizenz zum Töten zurückzuziehen. Eine erfolgreiche Kampagne - die Sendelizenz wurde widerrufen. 20. brachte seine Bestürzung zum Ausdruck über die Entscheidung der Weltgesundheits-Organisation (WHO), den Preis fuer Ernährung und Bekämpfung des Rauchens an den Hizbollah-Sender Al-Manar zu verleihen, und merkte an, dass "die WHO durch diese nur als pervers zu bezeichnende Reinwaschung von Mördern zu Gesundheitsaposteln ihr Gesicht verloren hat." 21. brachte gegenüber dem dänischen Premierminister seine Bestürzung zum Ausdruck über eine Geldspende von 50,000 Dänischen Kronen, welche von der in Kopenhagen ansässigen NGO "Rebellion" übergeben wurde an die Volksfront zur Befreiung Palestinas, einer Organisation, die sich nur wenig später stolz zu einem auf einem Tel Aviver Strassenmarkt verübten Selbstmordanschlag mit 3 Toten und 35 Verletzten bekannte. 22. rief Carol Bellamy, Direktorin des Kinderhilfsfonds der Vereinten Nationen (UNICEF), auf, "die Rekrutierung von Halbwüchsigen für Terrorakte anzuprangern und weltweit Organisationen, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen, zu mobilisieren gegen jene, welche Kinder als Todesagenten für ihre Ziele zu missbrauchen suchen." Frau Bellamy hat darauf entsprechend positiv reagiert. 23. drängte den Präsidenten der Europaeischen Zentralbank (ECB), Jean-Claude Trichet, die Schliessung von sechs Bankkonten zu veranlassen, welche das Wisenthal-Zentrum als zum Umkreis der Hamas gehörig ausgemacht hatte: jener Terrororganisation, deren Agieren in Europa von der Europäischen Union verboten worden ist. Die hinter den entsprechenden Bankkonten stehenden Organisationen glorifizieren auf ihren antisemitischen Internet-Seiten den Jihad gegen die westliche Welt. Der ECB-Präsident antwortete, dass er die Zentralbanken der betroffenen Laender darum gebeten habe, sofort tätig zu werden. 24. war auf dem Dritten Europäischen Sozialforum in London vertreten. Dieses Regionaltreffen der Antiglobalisierungsbewegung, welches mit mehr als 20.000 Teilnehmer am Treffen selbst, bzw. an die 50.000 Teilnehmer am abschliessenden Friedensmarsch, das im Januar 2005 in Porto Alegre (Brasilien) stattfindende Fünfte Welt-Sozialforum vorbereitete, ist zu einer propalestinänsischen und antisemitischen Propaganda-Plattform umfunktioniert worden. 25. war eingeladen, auf dem Welt-Wirtschaftsforum in Davos 2005 eine Konferenz mit dem Titel "Damit wir die Lektionen aus dem Zweiten Weltkrieg nicht vergessen" zu organisieren und zu moderieren. Zu den Teilnehmern gehörten Lord Carey of Clifton, die Premierminister Polens und Kroatiens sowie der Gross-Mufti von Bosnien-Herzegovina. Und vieles andere mehr, dessen wir leider bedürfen, um gegen Vorurteile anzukämpfen.
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